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„Frauen sollten auf ihre Interessen vertrauen“

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Wencke Zimmermann ist langjährige Mitarbeiterin bei agiles im Bereich Softwareentwicklung und Support. Im Rahmen unserer Reihe women@agiles berichtet sie, warum eine Tätigkeit in der IT-Branche genau die richtige Berufswahl für sie war.

Wie bist du zu deinem Job in der IT gekommen?

In den frühen Anfängen der Neunzigerjahre habe ich durch meinen Vater bereits erste Einblicke in den IT-Bereich erhalten. Angefangen mit den ersten PCs bei uns zu Hause, Disketten, VGA-Karten, DOS und dem ersten Windows-Betriebssystem.

Damals war die Bedienung von PCs noch viel komplexer als heute. Jeder Treiber, jeder Speicherbaustein, jede Hard- bzw. Softwarekomponente musste manuell installiert und konfiguriert werden. Es war fast der Normalfall, dass irgendetwas nicht im ersten Anlauf funktionierte. Herauszufinden, wo die Ursache liegt, Zusammenhänge erarbeiten und verstehen, hat mich schon immer fasziniert und angetrieben.

Für mich war klar, ich muss in die IT. Nach dem Abitur entschied ich mich daher alternativlos für eine praktische Ausbildung. Der IT-Sektor ist jedoch so weit gefächert, dass es gar nicht so leicht war, sich zu entscheiden. Daher habe ich mich auf unterschiedliche Bereiche beworben – von IT-Systemkauffrau über Systemintegration bis hin zu Anwendungsentwicklung.

Die Zusage erhielt ich als „Fachinformatikerin für Anwendungsentwicklung“, obwohl ich gar keine Erfahrung im Bereich Programmieren hatte. Mein Ausbildungsbetrieb sah dies aber nicht als Nachteil, sondern eher als Chance an, da ich somit alles von der Pieke auf und ohne Vorbelastung erlernen könne, sofern das nötige Engagement vorhanden ist. Und genau so trat es auch ein und die Anwendungsentwicklung wurde zu meiner neuen Passion.

Welche Aufgaben übernimmst du bei agiles?

Meine täglichen Aufgaben bei agiles drehen sich zu 100 Prozent um Microsoft Dynamics NAV. Sie reichen von der Aufnahme von kundenindividuellen Anforderungen bis zur Beratung im Bereich Prozessoptimierung, Konzeption von Programmierung für Kollegen, Durchführen von eigener Programmierung, Aufwandsschätzung und Review von Quellcodes bis zu Daten- und Fehleranalysen. Immer mit dem Antrieb, die Software und Prozesse unserer Kunden jeden Tag ein bisschen besser zu machen.

Was gefällt dir an deinem Job besonders?

Etwas unerwartet, aber dennoch an oberster Position: der Kontakt zu anderen Menschen. Ob nun Kunde oder Kollege, in der IT geht nichts ohne ein gut funktionierendes Team. Der permanente Austausch von Wissen und Informationen ist unumgänglich, gerade wenn es um komplexe Themen und Anforderungen geht.

Besonders zu erwähnen ist jedoch auch, dass gerade im Bereich der Programmierung relativ schnell Erfolgserlebnisse verzeichnet werden können. Es gibt immer klare Anforderungen und Zielvorgaben, die es umzusetzen gilt. Zu erleben, wie eine Programmierung und somit Prozessoptimierung für den Kunden Gestalt annimmt und wie diese tatsächlich genutzt wird, kann einen schon stolz machen.

Empfiehlst du auch anderen Frauen, einen Beruf in der IT zu wählen?

Ich kann diese Empfehlung gar nicht konkret an andere Frauen aussprechen, weil ich es nie als „besonders“ empfunden habe, als Frau in der IT zu arbeiten. Ich habe bei meiner Berufswahl darauf vertraut, was mich interessiert und antreibt. Nämlich der Bereich Logik und Analyse.

Letzten Endes zählt für mich und meine Kollegen, wie in jedem anderen Beruf auch, die eigene Leistungsbereitschaft und was ich erreiche – und nicht, ob ich meinen Job als Frau oder Mann ausübe. Ich habe es auch innerhalb der letzten 15 Jahre, in denen ich in diesem Sektor tätig bin, nie so empfunden, dass ich als Frau einem besonderen Status unterliege oder mich gar in einer Minderheit bewege.

Daher kann ich anderen Frauen nur empfehlen, die gedankliche Barriere zur IT zu durchschlagen. Es ist schon lange keine Männerdomäne mehr. Hier arbeiten auch „nur“ Menschen 😉