Digitales Netz - Herausforderung Digitalisierung

Herausforderung Digitalisierung: wo steht Deutschland?

Deutschland verschläft die digitale Wende. Schlagzeilen wie diese häufen sich in letzter Zeit. Doch wo steht die Bundesrepublik wirklich bei der Herausforderung Digitalisierung? Wir fassen die Ergebnisse mehrerer aktueller Studien für Sie zusammen.

Schlechtes Selbstbild

Mehr als die Hälfte (58 Prozent) aller Geschäftsführer und Vorstände stufen ihr Unternehmen im Bereich digitale Innovation als Nachzügler ein. Und 3 Prozent glauben sogar, den Anschluss ganz verloren zu haben.

Zu diesem alarmierenden Ergebnis kommt eine Anfang des Jahres veröffentlichte Untersuchung von Bitkom Research. Befragt wurden 502 deutsche Unternehmen ab einer Größe von 20 Mitarbeitern.

Die folgende Abbildung zeigt das Ergebnis der Bitkom-Umfrage (Angaben in Prozent).

Umfrage-Wo-steht-Ihr-Unternehmen-beim-Thema-Digitalisierung

Quelle: Abbildung in Anlehnung an Bitkom Research.

Sorgenkind Mittelstand

Dabei hängt die Selbsteinschätzung eng mit der Unternehmensgröße zusammen. Je mehr Mitarbeiter ein Unternehmen beschäftigt, desto positiver fällt das Urteil aus.

So sehen sich von den Unternehmen mit mehr als 2.000 Mitarbeitern immerhin 71 Prozent als Vorreiter. Dagegen sind es bei Unternehmen mit 20 bis 99 Mitarbeitern nur noch 34 Prozent.

Es ist also vor allem der Mittelstand, der sich mit der Herausforderung Digitalisierung schwerzutun scheint. Entsprechend können 28 Prozent der Unternehmen mit 20 bis 99 Mitarbeitern keine Digitalstrategie vorweisen.

Und wie schätzt das die deutsche Bevölkerung ein?

Laut dem Digitalreport 2020 des European Center for Digital Competitiveness stellt sie der Wirtschaft ein deutlich besseres Zeugnis aus. Immerhin sind 70 Prozent der Befragten von der digitalen Kompetenz deutscher Unternehmen überzeugt.

Ganz anders sieht es allerdings beim Vertrauen der Deutschen in die Bundesregierung aus. Denn 57 Prozent sprechen der Bundesregierung beim Thema Digitalisierung die Kompetenz ab.

Auch von Führungskräften aus Wirtschaft und Politik hagelt es Kritik. So erkennen 91 Prozent kein klares Konzept der Bundesregierung für die Digitalisierung. Ferner gehen 89 Prozent der Spitzenkräfte davon aus, dass Deutschland bei der Digitalisierung in vielen Bereichen zurückliegt.

Die folgende Abbildung veranschaulicht, wie die deutsche Bevölkerung laut Digitalreport 2020 die digitale Kompetenz von Wirtschaft und Bundesregierung einschätzt (Angaben in Prozent).

Umfrage-Einschätzung-der-digitalen-Kompetenz-von-Wirtschaft-und-Bundesregierung

Quelle: Abbildung in Anlehnung an das European Center for Digital Competitiveness.

Gründe für Deutschlands digitalen Rückstand

Doch worin genau bestehen die Probleme der deutschen Wirtschaft? Natürlich kann man das Fehlen einer umfassenden Digitalstrategie der Bundesregierung kritisieren und auf unklare Zuständigkeiten der involvierten Ministerien verweisen. Auch die Versäumnisse beim Breitbandausbau und die langsame Internetgeschwindigkeit in ländlichen Regionen lassen sich anprangern.

Aber vielfach liegt die Ursache für den Nachholbedarf beim Thema Digitalisierung in den Unternehmen selbst. Zu diesem Schluss kommen Gerrit Sames und Arthur Diener von der Technischen Hochschule Mittelhessen. Sie haben eine Studie zum Stand der Digitalisierung von Geschäftsprozessen durchgeführt und 155 mittelständische Unternehmen befragt. Die Wissenschaftler haben fünf Hauptgründe ermittelt, warum die Digitalisierung eine Herausforderung für viele Betriebe darstellt.

Die folgende Liste und Abbildung fassen diese Hinderungsgründe anschaulich zusammen (Angaben in Prozent).

Fünf Gründe, warum die Digitalisierung eine Herausforderung darstellt (absteigende Reihenfolge):

  1. Angst vor zu hohen Kosten (59 Prozent)
  2. Mangel an Experten (55 Prozent)
  3. Fehlendes Know-how (44 Prozent)
  4. Unbekannte Lösungen (35 Prozent)
  5. Sicherheitsbedenken (31 Prozent)
Umfrage-Herausforderungen-für-die-Digitalisierung-von-Geschäftsprozessen

Quelle: Abbildung in Anlehnung an die Technische Hochschule Mittelhessen.

Mut zur Initiative

Was also tun? Viele mittelständische Betriebe konzentrieren sich auf sehr spezifische Fragestellungen. Es kann daher kein Patentrezept für die Digitalisierung geben, sondern nur individuelle Lösungen.

Außerdem existieren meist viele verschiedene Geschäftsprozesse, die man digitalisieren könnte. Und dann müssen die digitalisierten Prozesse häufig genug durchgeführt werden, damit sich die Investition auch lohnt. Ganz offensichtlich haben größere Unternehmen hier einen Startvorteil.

Martin Wrobel und seine Kollegen am Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft raten Mittelständlern trotzdem unbedingt dazu, die Initiative zu ergreifen. „Start small, but start“, lautet ihre Devise.

Vorteil für den Mittelstand

In einer gemeinsam mit der Sirius Minds GmbH durchgeführten Studie zur digitalen Innovation im Mittelstand machen die Wissenschaftler außerdem Mut. Schließlich habe der Mittelstand gegenüber Großunternehmen einen entscheidenden Vorteil.

Denn dank flacher Hierarchien, kurzer Entscheidungswege, großer Kundennähe und einem gewissen Spielraum für Fehler könne er die Digitalisierung dynamischer umsetzen. Dabei entwickle er kundenorientierte und projektbezogene Lösungen.

Zukunftstechnologie Künstliche Intelligenz

Aber wie digitalisiert man denn nun seinen Betrieb? Künstliche Intelligenz (KI) stellt in diesem Zusammenhang ohne Zweifel eine Technologie mit viel Potential dar. In der Landwirtschaftsbranche wird KI in Kombination mit IoT-Technologien bereits genutzt, um die Prognosen für die Ernte zu verbessern und den Ertrag zu steigern.

Eine praktische und bedienungsfreundliche Möglichkeit zur Digitalisierung von ganz verschiedenen Geschäftsprozessen bietet außerdem die Microsoft Power Plattform: Mit dem AI Builder lässt sich KI ganz bequem in Ihre Anwendungen integrieren.

So können Sie zum Beispiel basierend auf Ihren bisherigen Daten Geschäftsergebnisse vorhersagen und Ihre Strategie entsprechend anpassen. Oder Sie lassen Ihre Produkte automatisch identifizieren und verfolgen. Auch die Automatisierung von Prozessen zum Kunden-Feedback ist problemlos möglich. Ein leistungsstarkes Tool, um die Herausforderung Digitalisierung zu meistern.

Die Zeit drängt

Verschläft Deutschland die digitale Wende? Noch besteht Hoffnung. Aber wir müssen jetzt handeln, wenn wir die Herausforderung Digitalisierung meistern wollen. Das zeigen auch die Ergebnisse zweier Rankings von 2019. Deutschland ist im internationalen Vergleich nur Mittelmaß.

Im Vorreiterland USA sind die IT-Ausgaben pro Kopf mit 1900 Euro aber auch mehr als doppelt so hoch. Außerdem wachsen sie mit 4 Prozent doppelt so stark. Anders formuliert: wir müssen dringend in unsere Zukunft investieren.

Langfristig kann der Wohlstand in Deutschland nur dann gesichert und ausgebaut werden, wenn wir digital handlungs- und wettbewerbsfähig bleiben. Entscheidende Ideen dafür hat jetzt der Bitkom mit seiner Digitalstrategie 2025 „Last Call: Germany!“ vorgelegt.

Achim Berg, Präsident der Bitkom, findet in seiner Stellungnahme drastische Worte. „Das System Deutschland braucht mehr als ein Update, es braucht einen Restart“. Denn: „Weiteren Verzug oder gar Rückschritte können und dürfen wir uns nicht mehr leisten“.

Sie möchten die Herausforderung Digitalisierung meistern und benötigen Unterstützung bei der Organisation Ihrer Daten? Sprechen Sie uns an!

* Aus Gründen der Lesbarkeit wurde im Text nur die männliche Form verwendet. Selbstverständlich beziehen sich alle Angaben auf Angehörige beider Geschlechter.