agiles Team

Praxisphase im Home-Office: „arbeitstechnisch hat sich nicht viel verändert“

Justus Ahnfeldt und Timo Stoebke studieren seit einem Jahr Business Informatics an der Hamburg School of Business Administration. Während ihres dualen Studiums haben sie Unterricht an der Universität und erhalten bei agiles eine praxisnahe Ausbildung. Die zweite Praxisphase in den letzten Monaten fand remote statt. Wir haben mit den beiden dualen Studenten über ihr Studium und ihre Erfahrungen im Home-Office gesprochen.

»Eine gute Mischung«

Was macht ihr als duale Studenten bei agiles? Wie sah eure erste Praxisphase aus?

Justus: Wir lernen zwei Berufsfelder kennen: Programmierer und Berater. Bislang haben wir uns aber vor allem in das Programmieren eingearbeitet. Wir hatten zum Beispiel Schulungen zu Dynamics 365 Business Central und Visual Studio Code, um die Anwendung und die Entwicklungsumgebung kennenzulernen. Natürlich ging es am Anfang auch darum, das Geschäftssystem zu verstehen.

Timo: In der ersten Praxisphase hieß es ankommen, sich einarbeiten und Grundwissen aufbauen. Unter anderem haben wir uns mit Themengebieten wie Cloud und Microsoft Azure beschäftigt. Nach der ersten Praxisphase hatten wir Uni und danach ging es dann fast nahtlos ins Home-Office.

Wie lief euer Arbeitsalltag ab, bevor ihr ins Home-Office gewechselt seid?

Timo: Das war eine gute Mischung aus Aufgaben, die wir selbstständig abarbeiten konnten und neuem Input durch unseren Betreuer. Wir konnten uns auch an ihn wenden, wenn wir mal nicht weitergekommen sind oder neue Aufgaben brauchten. Er hat sich immer Zeit für uns genommen.

Justus: Wir duale Studenten arbeiten meistens zusammen an einem Produkt. Da wir nicht alle gleichzeitig dasselbe machen können, kann es vorkommen, dass nur einer programmiert und ihm die anderen über die Schulter gucken. Man hat aber immer die Möglichkeit, etwas zu lernen und mitzunehmen.

»Ich finde die Zusammenarbeit über Microsoft Teams sogar besser«

Timo Stoebke an seinem Laptop im Home-Office

Timo Stoebke an seinem Laptop im Home-Office

Was hat sich im Home-Office geändert?

Timo: Rein arbeitstechnisch hat sich eigentlich nicht viel verändert. Wir haben auch schon vorher viel mit Microsoft Teams gearbeitet.

Justus: Ob unser Betreuer im Büro von Bildschirm zu Bildschirm geht oder jeder zu Hause an seinem Platz sitzt, macht im Endeffekt keinen großen Unterschied. Ich finde die Zusammenarbeit über Microsoft Teams sogar besser, weil unser Betreuer uns da alles direkt zeigen kann.

Timo: Wenn zum Beispiel Justus gerade mit der Hilfe unseres Betreuers an einer schwierigen Aufgabe arbeitet, kann er einfach seinen Bildschirm teilen. Dann sehe und höre ich genau, was er macht und kann ihm auch mal schnell eine Code-Unit rüberschicken.

Justus: Wahrscheinlich hätten wir auch Microsoft Teams genutzt, wenn wir im Büro gewesen wären. Die Zusammenarbeit ist so einfach leichter, weil jeder gucken und gleichzeitig arbeiten kann.

Wie ist die Betreuung im Home-Office abgelaufen?

Timo: Unser Betreuer hat uns jeden Morgen um 8 Uhr über Microsoft Teams angerufen. Dann haben wir gemeinsam den Tagesablauf besprochen, die Aufgaben für den Tag erhalten und neue Inhalte vermittelt bekommen oder direkt mit unseren Aufgaben losgelegt.

Justus: Manchmal hatten wir morgens drei Stunden Unterricht, manchmal kam abends eine E-Mail mit Aufgaben, die wir selbstständig erledigen sollten. Unser Betreuer war dabei immer gut erreichbar und für uns da.

»Die Fragen klären sich durchs Machen von selbst«

Woran genau habt ihr denn im Home-Office gearbeitet?

Timo: Wir haben gemeinsam eine neue App entwickelt und von Anfang an aufgebaut. So konnten wir direkt an einem Anwendungsbeispiel lernen, Schritt für Schritt. Die Komplexität hat kontinuierlich zugenommen.

Justus: Der Übergang war fließend. Zunächst haben wir nur getestet, dann wurde es auf einmal ernst und die App ging produktiv. Es war schon cool, diesen ganzen Prozess mitzuerleben. Manchmal haben wir auch zusammen mit unserem Betreuer an einem Problem gesessen. Dadurch dass er das Problem analysiert und sich auch mal mit den anderen Entwicklern dazu ausgetauscht hat, konnten wir sehr viel lernen.

Hattet ihr ein Aha-Erlebnis?

Justus: Die Programmiersprache AL zu lernen, könnte man insgesamt als Aha-Erlebnis bezeichnen. Denn man entwickelt ja mit der Zeit ein Gefühl dafür, was wie möglich ist. Ich kann mich mittlerweile viel besser orientieren und bin viel schneller geworden.

Timo: Am Anfang tippt man einfach ab, was man gesagt bekommt und vertraut darauf, dass es richtig ist. Irgendwann merkt man, dass es Sinn ergibt und versteht, warum man genauso vorgehen muss.

Justus: Es ist selten so, dass man eine konkrete Frage im Kopf hat, man hat eher so ein großes Fragezeichen. Dann lässt unser Betreuer in einem Nebensatz eine Bemerkung fallen und auf einmal hat man die Antwort auf eine Frage, von der man noch gar nicht wusste, dass man sie hatte. Die Fragen klären sich durchs Machen von selbst.

»Die anderen Kollegen haben gefehlt«

Wie habt ihr die Zeit im Home-Office persönlich erlebt?

Timo: Natürlich war es schön, im vertrauten Umfeld zu arbeiten und in den Pausen mal meinen Hund auf den Arm zu nehmen. Ich habe keinen Produktivitätsverlust erlebt, mich aber entspannter gefühlt.

Justus: Außerdem spart man sich die Fahrzeit und den Stress mit der Bahn. Man kommt nicht zu spät und es gibt keinen Grund, morgens um acht nicht am Rechner zu sitzen.

Timo: So passiert das schnell mal, dass man sich auf dem Weg noch ein Franzbrötchen holt (lacht).

Gab es etwas aus dem Büroalltag, das ihr vermisst habt?

Timo: Wir duale Studenten hatten zwar untereinander viel Kontakt, aber die anderen Kollegen haben gefehlt. Man trifft sich ja nicht mehr spontan an der Kaffeemaschine. Die habe ich übrigens auch vermisst. Auch das vielfältige Essensangebot in der Innenstadt hat mir gefehlt.

Justus: Wirklich vermisst habe ich nur den sozialen Kontakt zu den anderen Mitarbeitern. Und manche Ressourcen hat man auch nicht zu Hause. Man kann nicht einfach mal das Headset wechseln, wenn es nicht funktioniert.

»Mischung aus Präsenz- und virtuellem Unterricht«

Wie geht es an der Uni jetzt weiter. Wie wird das Semester ablaufen?

Timo: Bei Fächern wie Informatik bieten sich online-Kurse ja an. Wir werden aber eine Mischung aus Präsenz- und virtuellem Unterricht haben. Es ist schön, auch wieder zur Uni gehen zu können und seine Freunde zu sehen.

Justus: Vor kurzem ist die Uni in ein neues Gebäude mit mehr Platz umgezogen. Deswegen kann ich mir gut vorstellen, dass wir auch öfter vor Ort sein werden.

Vielen Dank an Timo Stoebke und Justus Ahnfeldt für das interessante Gespräch. Wir wünschen euch für viel Erfolg für das nächste Semester.

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