Startup-tips_agiles

8 Tipps für den Launch eines Food-Startups

Von Brook Sauer Ruiz, Gründerin und Geschäftsführerin von Elbys Organics,
einem neuen Food-Startup aus Hamburg.

Durchstarten in der Lebensmittelindustrie

Die Gründung eines Food-Startups ist ein aufregender Weg für jemanden, der sich leidenschaftlich für Lebensmittel oder das Kochen interessiert. Der weltweite Wert der Lebensmittelindustrie belief sich im Jahr 2017 auf 5.650 Milliarden Euro. Diese Zahl wird in der Zukunft weiter ansteigen, so dass der Markt weiterhin viel Potenzial für Startups bietet.

Eine gute Idee und die richtige Planung sind die wichtigsten Voraussetzungen für jede Gründung. Aber auch dann ist ein Startup eine immense Herausforderung. Das berühmte Gulaschrezept Ihrer Großmutter ist vielleicht das beste der Welt, aber ohne einen guten Plan kann der Erfolg auf sich warten lassen.

Um einigen Hürden einen Schritt voraus zu sein, haben wir 8 hilfreiche Tipps zusammengestellt, die Sie berücksichtigen sollten, wenn Sie über den Launch Ihres eigenen Startups nachdenken.

1. Führen Sie eine Selbstbewertung durch

Wo liegen Ihre Stärken und Schwächen? Was motiviert Sie zur Gründung? Möchten Sie Ihr eigener Chef sein? Reizt Sie die zeitliche Flexibilität? Oder stehen finanzielle Faktoren im Vordergrund? Überprüfen Sie diese Fragen ganz genau. Dies kann Ihnen auch dabei helfen, Ihre Erwartungen an die Realität anzupassen.

2. Recherchieren Sie gründlich

Wenn Sie Ihren Markt in- und auswendig kennen, kann dies den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ausmachen. Stellen Sie sicher, dass Sie Informationen zu allen relevanten Aspekten Ihrer Branche haben, und seien Sie auf das Auf und Ab einer Neugründung vorbereitet. Was unterscheidet Sie von Ihren Mitbewerbern? Welche sind die aktuellen Trends in Ihrem Segment? Welchen Herausforderungen stehen Sie als neue kleine Marke gegenüber?

Wenn Sie beispielsweise ein Produkt selbst herstellen möchten, stellen Sie sicher, dass Sie alle Sicherheitsstandards kennen, die mit Ihren Produkten verbunden sind. Häufig haben kleinere Marken Schwierigkeiten, strikte Kontrollnormen für Lebensmittel einzuhalten. Informieren Sie sich darüber, womit Sie konfrontiert sind und wie Sie Hindernisse überwinden.

3. Wofür stehen Sie?

Die Masse an Produkten und Neuheiten in den Verkaufsregalen kann dazu führen, dass neue Marken untergehen oder wenig Beachtung finden. Heben Sie sich vom Wettbewerb ab, indem Sie ein Gefühl verkaufen, nicht ein Produkt.

Es gibt eine Reihe von Umwelt- und Sozialproblemen, denen Sie in Ihrem Markenversprechen begegnen können. Finden Sie heraus, was für Sie wichtig ist, und machen Sie es zu einem Teil Ihrer Vision. Verbraucher kaufen Ihr Produkt eher, wenn es nicht nur gut schmeckt, sondern auch Gutes bewirkt.

4. Wählen Sie Ihr Team mit Bedacht aus

Die Chemie muss stimmen – Ihre Beziehung zu Kollegen, Partnern, Kunden und Lieferanten kann großen Einfluss auf den Erfolg Ihrer Marke haben. Auch wenn Sie bereits sehr viel Berufserfahrung mitbringen: Ohne gute Partner, Mitarbeiter oder andere Beziehungen, werden Sie es schwer haben.

Arbeiten Sie mit Gleichgesinnten zusammen, die Ihre Werte und Ziele teilen. Unterstützen Sie, wenn möglich, lokale Unternehmen. Mit Lieferanten aus Ihrer Umgebung tun Sie nicht nur etwas für Ihre Region, Sie senken auch Transportkosten.

5. Denken Sie über Marketing-Maßnahmen nach

Kommunikationsagenturen können wertvolle Unterstützung bei Trendrecherchen, Logoentwicklung, Verpackungsdesign, Markenkonzepten oder Launch-Strategien leisten. Wenn Sie keine Erfahrung mit diesen Themen haben, ist es sinnvoll in Erwägung zu ziehen, professionelle Unterstützung durch eine Agentur in Anspruch zu nehmen.

Gerade zu Beginn Ihrer Gründung reicht Ihr Budget möglicherweise noch nicht, große Summen in Marketing zu investieren. Bei potenziellen Investoren hinterlassen Sie mit einem runden Konzept und einer ausgearbeiteten Marke einen professionelleren Eindruck. Finden Sie deshalb eine gute Balance für Ihre Ausgaben und überlegen Sie, welche Investitionen Sie zu welchem Zeitpunkt weiterbringen.

Sollten Sie sich durch eine Agentur unterstützen lassen wollen, holen Sie mehrere Angebote ein. Vergleichen Sie Dienstleistungen und Preise um sicherzustellen, dass Ihre Bedürfnisse mit dem Angebot übereinstimmen.

Interessant könnten kleinere Agenturen sein: Die Preise sind häufig attraktiver als bei den großen und im Idealfall, verfügt das jeweilige Team auch schon über Erfahrung in der Lebensmittelbranche.

6. Erarbeiten Sie einen Businessplan

Erstellen Sie einen Businessplan, der skalierbar ist. Es ist klug, klein anzufangen, aber auch Wachstum will geplant sein – insbesondere, wenn Sie Ihr Konzept Investoren vorstellen möchten.

Für viele Unternehmen ist die Lieferkette entscheidend für den Erfolg im Lebensmittelhandel. Zur Steuerung und Optimierung eignen sich ERP-Systeme. Sie bilden das Fundament für Ihre Daten und sind heutzutage unverzichtbar, wenn es darum geht, transparenten Einblick in Prozesse, Informationen, Zahlen und Auswertungen zu erhalten.

Cloud-Technologien eignen sich für Gründer besonders – mit ihnen können Sie schneller starten und flexibler Anpassungen durchführen. Im Vergleich zu On-Premise-Lösungen entfallen Anschaffungskosten für die Hardware. Die Cloud bietet jungen Unternehmen somit die Möglichkeit, von professionellen Lösungen zu profitieren, ohne direkt zu Beginn große Investitionen hierfür tätigen zu müssen.

Wenden Sie sich an Ihr örtliches Gewerbeamt, um weitere Informationen zu den Bestimmungen in Ihrer Region zu erhalten. Oft bieten Stadtbüros hilfreiche Dienste für Startups. Die Kontaktaufnahme mit ihnen im Vorfeld kann am Ende Zeit sparen.

Versagen zu Planen bedeutet planen zu Versagen. Stellen Sie sicher, dass Sie alle vorhersehbaren Herausforderungen berücksichtigt haben und wissen, wie Sie diese überwinden können.

7. Informieren Sie sich über Finanzierungen

Entscheiden Sie, welche Art der Finanzierung für Ihr Unternehmen sinnvoll ist. Möchten Sie das Projekt allein stemmen, oder benötigen Sie Investoren? Je nach Standort kann die Finanzierung durch Banken eine gute Option sein. Viele Institute bieten spezielle Fördermittel und Kredite für Existenzgründer an.

8. Planen Sie für die Zukunft

Wenn Sie über die Zukunft nachdenken, ist es wichtig, eine Reihe von Szenarien durchzuspielen. Sie gehen selbstverständlich von einem Erfolg aus, allerdings sollten Sie auch einkalkulieren, dass Sie erst nach einiger Zeit Umsatz machen, oder dass dieser insgesamt hinter Ihren Erwartungen zurückbleibt.

Behalten Sie die Branche im Blick: Welche neuen Technologien (z. B. Blockchain) entstehen, die Ihrem Unternehmen helfen können? Welche neuen Regelungen werden umgesetzt, die Ihre Marke beeinflussen können?

Wenn Ihre Marke wächst, müssen auch Ihre Methoden wachsen. Investieren Sie – falls möglich – rechtzeitig in neue Technologien und bleiben Sie auf dem neusten Stand. Viele Prozesse lassen sich inzwischen durch Workflow-Tools oder Software-Lösungen vereinfachen oder beschleunigen. So ergibt sich auch die Möglichkeit, anderen einen Schritt voraus zu sein.

Der Start eines erfolgreichen Startups ist schwierig, aber nicht unmöglich. Wenn Sie eine gute Idee haben und hoch motiviert sind, nehmen Sie Ihr Schicksal in die Hand. Der Lebensmittelhandel bietet eine Menge Potenzial – schließlich wird das Thema Ernährung auch in Zukunft seinen hohen Stellenwert beibehalten.

call to action Rückverfolgbarkeit