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Warum ist Rückverfolgbarkeit wichtig für die Lebensmittelindustrie?

Rückverfolgbarkeit in frühen Jahren

Eines der frühesten Beispiele für Transparenz in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie ist die Weinbranche zu Beginn des 19. Jahrhunderts.  Weinkeller waren zu dieser Zeit kalt und feucht. Etiketten verblassten im Laufe der Zeit bis zur Unlesbarkeit, so dass es schwer wurde zu belegen, dass es sich um die bestellte Flasche handelt. Infolgedessen nutzten einige unehrliche Inhaber die Situation aus. Sie behaupteten, es handele sich um einen besonders guten Tropfen und verlangten höhere Preise.

Es wurde außerdem aufgedeckt, dass Weine absichtlich falsch etikettiert wurden, um sie als gute Marken zu verkaufen. Die Lösung für dieses Problem: Winzer begannen damit, Korken mit ihren Logos zu bedrucken. Hinweise auf diese Praxis sind noch heute zu sehen, wenn der Korken am Tisch präsentiert wird.

Lebensmittelskandale der heutigen Zeit

Die falsche Darstellung von Zutaten bleibt ein Problem für die Lebensmittelindustrie. Dies geht zum Teil darüber hinaus, dass Verbraucher nicht das erhalten, was auf der Verpackung angegeben ist. Manchmal ist es eine Frage der Verbrauchersicherheit und der Geschäftsethik.

Lebensmittelbetrug betrifft heute besonders häufig Honig, Olivenöl, Milch, Safran, Apfelsaft und Kaffee. Inhaltsstoffe, die verwendet werden um die eigentlichen Zutaten zu ersetzen, sind schwer nachweisbar – und nicht zuletzt deswegen wirtschaftlich attraktiv.

Die Europäische Lebensmittelkommission hat eine Reihe aktueller Initiativen zur Bekämpfung des Problems ergriffen. Sie organisiert Netzwerke zum Thema Lebensmittelbetrug und bietet Schulungen an. Unterstützt wird dies durch fortschrittliche ISO-Kontrollpläne, neue Rechtsvorschriften und IT-Tools für die gemeinsame Nutzung von Daten.

Kundenwahrnehmung im digitalen Zeitalter

Die digitale Revolution hat dazu beigetragen, dass Lebensmittelskandale verstärkte Aufmerksamkeit erhalten. Dazu zählt zum einen das gesteigerte Bewusstsein der Verbraucher und zum anderen, dass Unternehmen mehr Verantwortung dafür übernehmen, wie, wo und unter welchen Bedingungen ihre Lebensmittel hergestellt werden.

Die englischsprachige Netflix-Serie Rotten ist ein Beispiel dafür, wie Mainstream-Medien einige der negativen und manchmal gefährlichen Aspekte der Lebensmittelindustrie in den Vordergrund rücken.

Rückverfolgbarkeit der gesamten Lieferkette

Der langjährige Standard in der Lebensmittelindustrie für die Sichtbarkeit der Lieferkette ist die „one up, one back“-Methode, die es Unternehmen ermöglicht, im Falle von Kontaminationen Hersteller zu überprüfen.

Lieferketten sind jedoch selten so einfach. Hersteller haben manchmal mehrere Zulieferer, von denen sie Rohstoffe beziehen. Sie mischen die rohen Zutaten, so dass es fast unmöglich ist, die ursprüngliche Quelle einer Kontamination zu finden.

Lösungen für mehr Transparenz

Die Rückverfolgbarkeit der gesamten Kette ist ein modernes Instrument, das mithilfe von Technologie den Lebenszyklus des Produkts transparenter macht. Dadurch kann ein umfassender Einblick in die Stationen der Lieferkette, vom  Acker bis zum Verbraucher, generiert werden. Das Risiko von Sicherheitsausfällen in der Lebensmittelproduktion kann hierdurch reduziert werden.

Dank fortschrittlicher ERP-Systeme und IoT können große Datenmengen über alle Aspekte eines Produktlebenszyklus genutzt werden. Die Verknüpfung von Informationen aus elektronischen Fress-Sensoren, digitalem Anbau, Logistik etc. ermöglicht die Weiterentwicklung zu kundenfreundlichen Apps, die detaillierte Informationen über die Herkunft von Lebensmitteln liefern.

Es wird für Kunden in Zukunft immer praktikabler werden, ein Produkt im Geschäft per Smartphone zu scannen und die Geokoordinaten von Ernte-, Verarbeitungs- und Verteilungsmethoden, Temperaturhistorie, Frischedaten, Aufzeichnungen zur Umweltbelastung und Statik zur Produktionskompetenz zu ermitteln.

Bei richtiger Nutzung könnte diese Bündelung von Informationen den Kunden einen vollständigen Überblick und mehr Sicherheit für ihren Einkauf geben.

Fazit

Seit den 1800er Jahren haben sich die Lebensmittelsicherheit und Transparenz stark weiterentwickelt. Richtig genutzt, können Daten Lieferketten nicht nur sicherer, sondern auch profitabler machen.

Möchten Sie mehr Transparenz in Ihrer Lieferkette schaffen? Dann freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme.

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